Englisch

Jede Schülerin, jeder Schüler weiß mittlerweile, wie wichtig das Englische als Sprache der globalisierten Welt geworden ist. Die Anzahl der Teilnehmer an Orientierungs- und Leistungskursen an den gymnasialen Oberstufen im Fach Englisch steigt stetig. Viele Schulen haben mit einem Angebot an bilingualem Unterricht oder auch fremdsprachlichem Sachfachunterricht auf die Tatsache reagiert, dass an Hochschulen zunehmend naturwissenschaftliche Fächer und Module auf Englisch gelehrt werden. Medien und Werbung setzen mehr und mehr auf die Sprache Englisch, um ihre „Botschaften“ zu vermitteln. Die Arbeitssprache internationaler Konferenzen ist immer häufiger Englisch.

Für die Lehrenden und natürlich auch die Lernenden stellt sich nun die Frage, was eigentlich ein korrektes Englisch ist und was in der Schule gelehrt und gelernt werden soll. Bisher war es mehr oder weniger selbstverständlich, dass britisches und amerikanisches, vielleicht sogar australisches Englisch unterrichtet wurde. Grammatik, Idiomatik und Vokabular waren durch „native speakers/writers“ vorgegeben. Da aber nun die englische Sprache offensichtlich zur „lingua franca“ für die ganze Welt geworden ist und die Anzahl der Nichtmuttersprachler die der „native speakers“ bei weitem übertrifft, fragen sich die Lehrerinnen/Lehrer immer häufiger, welche Fehler in den Klassenarbeiten und Tests anzustreichen sind.

Typische Fehler wie das Weglassen des „s“ in der 3.Pers. Singular Präsens oder auch das Weglassen bzw. der Gebrauch bestimmter und unbestimmter Artikel, wo sie nicht hingehören, stören die fremdsprachliche Kommunikation, die ja hauptsächlich im Fach Englisch vermittelt werden soll, offensichtlich nicht. Wie sollen Englischlehrer in Zukunft mit der Tatsache umgehen, dass die Sprachvermittlung zunehmend dazu führt, junge Menschen auf ihr Berufsleben vorzubereiten? Sollen die Feinheiten der englischen Sprache vernachlässigt werden? Stehen sie nicht einer erfolgreichen Kommunikation geradezu im Wege? Die Unterrichtsziele, sachbezogene Informationen zu beschaffen, sie auszuwerten und wiederzugeben, treten immer mehr in den Vordergurnd. Rechtschreibung und Grammatik dafür in den Hintergrund.

Es wir die Aufgabe der Schule sein, in den nächsten Jahren diese Entwicklung zu beobachten und den jungen Menschen beide Seiten einer Fremdsprache zu vermitteln. Das Englische soll nicht zu einem reinen Vehikel werden, zu einem Vermittler von Informationen und Fakten, sondern es sollen den Schülerinnen und Schülern weiterhin durch anspruchsvolle Literatur die Nuancen und der Reichtum einer Fremdpsrache nahe gebracht werden. Nicht nur die mündliche Kommunikation lernt man Land und Leute kennen, sondern auch durch das Verstehen und Ergründen komplexerer Romane, Theaterstücke und Charaktere.

Lothar Hutz (Fachvorsitzender)