Informatik

In der Informations- und Wissensgesellschaft spielen komplexe Informatiksysteme eine wachsende Rolle im täglichen Leben und verändern in zunehmendem Maße die Arbeits- und Lebensweise der Menschen. Die Informatik als Bezugswissenschaft nimmt in diesem gesellschaftlichen Wandel eine Schlüsselrolle ein, da sie sich mit den theoretischen Grundlagen, Methoden und Verfahren der Informations- und Kommunikationstechniken beschäftigt, welche auch gegenüber der ungemein schnellen technischen Entwicklung Bestand haben. Der verantwortungsbewusste Umgang mit Information, das Verständnis für dynamische Abläufe und für entsprechende Problemlösungsmethoden setzen grundlegende Kenntnisse der Informatik für alle voraus. Ferner finden die Methoden und Werkzeuge der Informatik, die Denk- und Herangehensweisen sowie die Nutzung von Informatiksystemen inzwischen in fast allen Gebieten von Wissenschaft, Wirtschaft und Technik Eingang – die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften eingeschlossen.

In der Jahrgangsstufe 5 erhalten die Schülerinnen und Schüler im IKG-Unterricht (Informations- und kommunikationstechnische Grundbildung) am Lessing-Gymnasium eine 8-stündige Einführung in die Funktionsweise der schuleigenen Computer und die Lernplattform „its learning“, so dass sie in allen Unterrichtsfächern die Computer samt dem Schulnetz nutzen können. Einfache Kenntnisse im Bereich der Textverarbeitung und Tabellenkalkulation werden bereits in den frühen Jahrgangsstufen von den Schülerinnen und Schülern erworben.
Im Rahmen des Wahlunterrichts in den Jahrgangsstufen 8 und 9 wird neben vielen anderen Fächern auch das Fach Informatik angeboten. Schwerpunkt im Wahlunterricht ist der Erwerb von grundlegenden IT-Kompetenzen. Um diese Kompetenzen erwerben zu können, wurde ein anerkanntes Zertifikat entwickelt, der Europäische Computer Führerschein (European Computer Driving Licence – ECDL™). Er basiert auf einer Initiative des Council of European Professional Informatics Societies (CEPIS) in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union (EU).
Das Lessing-Gymnasium ist erfreulicherweise ein von der DLGI (Dienstleistungsgesellschaft für Informatik mbH) autorisiertes Prüfungszentrum im Rahmen des ECDL und bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die Prüfungen zum Erwerb des Zertifikats abzulegen. Neben dem Erwerb des ECDL werden den Schülerinnen und Schülern auch erste Programmierkenntnisse vermittelt.

Von der Sekundarstufe I bringen Schülerinnen und Schüler natürlich unterschiedliche Vorkenntnisse über wichtige Anwendungsgebiete der Informations- und Kommunikationstechniken mit. In der Einführungsphase gilt es nun, die unterschiedlichen inhaltlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler einander anzugleichen. Im ersten Halbjahr beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema „Internet“. Es gilt, den Aufbau und die Funktionsweise des Netzes  kennen zu lernen und auch eine eigene Homepage auf HTML-Basis erstellen zu können. Im zweiten Halbjahr beschäftigt man sich mit den „Grundlagen der Programmierung“, wobei dies nicht mit einem Programmierkurs verwechselt werden darf. Bei gegebener Problemstellung steht zunächst die Modellierung an. Es gilt, die wichtigsten Merkmale und Aktionsmöglichkeiten der beteiligten Objekte herauszuarbeiten, zu beschreiben und zu strukturieren. Hieraus wird zunächst die Benutzeroberfläche eines Programms aufgebaut, erst am Ende wird der Algorithmus entwickelt und mit der Programmiersprache Java umgesetzt und implementiert.
Das erste Halbjahr der Qualifikationsphase steht im Zeichen der objektorientierten Programmierung. Die in der Einführungsphase erworbenen Kenntnisse werden vertieft, es werden grundlegende Such- und Sortieralgorithmen auf Funktionsweise und Effizienz untersucht sowie umfangreichere „Realweltprobleme“ modelliert und implementiert.
Die Grundlagen von Datenbanksystemen werden im zweiten Halbjahr vermittelt. Hierbei werden äußerst praxisnah den Schülerinnen und Schülern Datenbanksysteme vorgestellt, gemeinsam werden diese auf wichtige Merkmale untersucht und das ein oder andere System wird von den Schülerinnen und Schülern selbst erstellt.
Im letzten Jahr der Gymnasialen Oberstufe stehen zunächst Konzepte und Anwendungen der Theoretischen Informatik im Blickpunkt. Man betrachtet die Funktionsweise von Automaten (Fahrkartenautomat, Getränkeautomat,…) und beschäftigt sich mit dem Aufbau von Formalen Sprachen als Mittel der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Im Anschluss daran darf aus verschiedenen Wahlthemen das abschließende Thema gewählt werden. Zumeist behandelt man „Prolog als Sprache der künstlichen Intelligenz“, eine syntaktisch einfache Programmiersprache, welche die logischen Aspekte eines Problems und nicht dessen Implementierung in den Vordergrund stellt.