Deutsch

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“, so äußert sich der Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889- 1951) und umschreibt damit, was Sprache zu leisten vermag.
Sprache ist mehr als Austausch von Informationen, sie ist Kulturgut, Identität.

In diesem Sinne ist natürlich auch Deutschunterricht mehr als das bloße Erlernen der deutschen Sprache, der Rechtschreibung und ihrer Grammatikregeln. Unbenommen gehört die Fähigkeit, richtig zu schreiben und Regelwissen korrekt anzuwenden, zum Deutschunterricht dazu. Dies wird vor allem auch in der Sekundarstufe I intensiv thematisiert und gefördert.

Deklination, Konjugation, Nominalisierung, Dehnung und Schärfung sind nur einige der Fachtermini, welche im Deutschunterricht immer wieder gebraucht und (manchmal zum Verdruss dieser) von den Schülerinnen und Schülern eingefordert werden. Auch das ungeliebte Schreiben von Diktaten, bei denen man bei konzentriertem Nachdenken plötzlich nicht mehr weiß, ob man Theater nun mit h oder doch ohne h schreibt, gehören unweigerlich zum Deutschunterricht dazu.

Doch wozu das alles?

Um es noch einmal mit Wittgenstein zu sagen: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“- und unser Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler unserer Schule zu Bürgern zu erziehen, die mit möglichst viel Wissen in die Welt ziehen und ihre Grenzen selbst erforschen können. Dazu bedarf es sicher mehr, als korrekt schreiben und Grammatikregeln anwenden zu können, es bedarf Neugierde, Interesse, aber auch der Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinversetzen zu können, Probleme zu erkennen und diese aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

Kompetenzen, die gerade in der Auseinandersetzung mit Literatur, einem wesentlichen Bestandteil des Deutschunterrichtes, nötig und deshalb für den Unterricht essentiell sind. Liest man gemeinsam Jugendbücher, Romane oder klassische Dramen wie „Emilia Galotti“ oder „Faust I“ so hält man mehr in der Hand als ein Buch, man gewinnt Einsichten in Wertesysteme, verschiedene Verhaltensweisen und Weltsichten, was unsere Schüler im besten Fall dazu veranlassen soll, sich zu fragen: Wo stehe ich?

Ziel der Fachschaft Deutsch ist es also nicht nur, die Schüler zur korrekten Sprachanwendung zu befähigen, sondern sie zu mündigen Bürgern zu erziehen, die kommunizieren, diskutieren und reflektieren können.

Wir, die Fachschaft Deutsch, erleben jeden Tag mit Spannung und freuen uns, die Schülerinnen und Schüler auf diesem Weg vom 5. Schuljahr bis zum Abitur begleiten zu dürfen.