Deutsche Schülerakademie 2012 in Nida, Litauen

Die Deutsche Schülerakademie ist ein außerschulisches Förderangebot für besonders engagierte, interessierte und leistungsstarke Schüler, das von der gemeinnützigen GmbH „Bildung und Begabung“ getragen wird und über unsere Schule vermittelt werden kann. Dazu ist eine Bewerbung des Schülers bzw. der Schülerin und ein Empfehlungsschreiben der Schule erforderlich. Das Angebot ist sehr begehrt, allerdings sind die Plätze begrenzt, so dass nur wenige Schüler ein solches Angebot wahrnehmen können.

Um so mehr freute es uns, als die Nachricht kam, dass unser Schüler Sebastian Geschwind aus der 13. Jahrgangsstufe in diesem Jahr an einem Austauschprogramm der Deutschen Schülerakademie in Nida, Litauen teilnehmen durfte. Hier folgt sein Erfahrungsbericht, dem zu entnehmen ist, dass es sich bei den Angeboten der Deutschen Schülerakademie um lohnende Unterstützungsmaßnahmen zur Förderung begabter Schüler handelt:

„Herr Werner sprach mich letztes Frühjahr an, ob ich nicht an der Deutschen Schülerakademie teilnehmen wolle. Anhand des mir zugesendeten Programmheftes entschied ich mich für die Akademie in Nida, Litauen. Zum einen hat mich das Thema „Economics“ interessiert, da ich mir überlegte nach dem Abitur einen wirtschaftsbezogenen Studiengang zu belegen und somit einen besseren Einblick zu bekommen. Zum anderen wollte ich die Gelegenheit nutzen, 2 Wochen nach Litauen, genauer gesagt an die kurische Nehrung, zu reisen.

Die Anreise war sehr abenteuerlich. Nach 9 Stunden Zugfahrt nach Kiel bin ich anschließend mit der Fähre 22 Stunden nach Klaipeda übergesetzt. Auf dem Schiff traf ich zwei weitere Deutsche, die an der Akademie teilnahmen. In Litauen angekommen, nahm uns eine Gruppe von Ärzten und Rechtsanwälten, die wir auf der Fähre kennen gelernt hatten, mit nach Nida. Sie waren auf dem Weg nach Weißrussland, um dort humanitäre Hilfe zu leisten.

Am Tag darauf ging es letztendlich los: Zusammen mit ca. 90 litauischen Schülern wurde die diesjährige Akademie eröffnet. Die Teilnehmer waren für verschiedene Fächer angemeldet. Ich hatte „Economics“ gewählt, das einzig englische Programm. Vormittags erhielten wir von nun an dreistündige „lectures“. Themen waren unter anderen Energiewirtschaft, Government finances, Strategien international agierender Unternehmen (strategy of international companies) als auch Management Innovation. Besonders beeindruckt war ich von den Referenten. So hielt z.B. der Vorstandsvorsitzende (CEO) von Swedbank, der größten Bank im Baltikum, einen Vortrag über Leadership und den Wandel im Finanzmanagement. Nach den jeweiligen Vorträgen war es möglich, sich persönlich mit den Referenten zu unterhalten und sie z.B. über ihren Werdegang zu befragen. Dies war vor allem für mich sehr interessant, da ich neugierig war, wie sie zur Entscheidung für ihren Studiengang gekommen sind. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch einer Öl-Firma in Klaipeda inklusive eines Vortrags des CEO über die Energiepolitik Litauens sowie den Alltag als Verantwortlicher eines für ganz Litauen bedeutungsvollen Unternehmens. Nachmittags fanden die 90 minütigen sogenannten „personal development sessions“ statt. Ich nahm an „Interkulturelle Kommunikation“ (cross-cultural communication) und Aikido teil.

Das Ziel einer solchen Akademie ist neben dem fachspezifischen Lernen vor allem auch das Knüpfen von Kontakten. So wurde von den Organisatoren großen Wert darauf gelegt, dass man sich mit möglichst vielen verschiedenen Menschen unterhält. Nachmittags gingen wir entweder zum Ostseestrand oder nahmen an anderen organisierten Aktivitäten teil. Alle Teilnehmer waren sehr nett und offen im Umgang miteinander. Innerhalb der Economics-Gruppe entwickelte sich sogar eine Freundschaft, da man auch außerhalb des Unterrichts fast immer zusammen war. Da abends viele Veranstaltungen ausschließlich auf Litauisch waren, nahm sich der Direktor der Akademie Zeit, uns deutschen Teilnehmern die Nehrung mit ihrer beeindruckenden Landschaft zu zeigen.

Als wir nach zwei Wochen gehen mussten, war es schwer zu sagen, was schöner bzw. besser war: die Bekanntschaften, die wir geknüpft haben, und die Zeit außerhalb der lectures oder die lectures selbst. Am Tag unserer Abreise wurden wir unter Tränen verabschiedet und es fiel mir schwer „Auf Wiedersehen“ zu sagen.

Doch das war noch nicht das Ende: Auf dem Weg zurück zum Hafen hatten wir sogar noch mal das Glück, einen Elch direkt vor uns auf der Straße zu sehen! Alles in allem würde ich deshalb sagen, dass diese zwei Wochen nicht nur sehr lehrreich waren und ich viele neue Leute kennen gelernt habe, sondern auch, dass ich unvergessliche Momente erleben durfte!

Ich bin sehr dankbar, dass mir dies alles ermöglicht wurde, und kann nur empfehlen, wenn man solch eine Möglichkeit geboten bekommt, diese wahrzunehmen.“